Arbeitssicherheit · Nutzfahrzeuge

Sicher aufsteigen: Warum Zugangssysteme über Effizienz entscheiden

Häufige Auf- und Abstiege kosten Zeit. Ergonomische Steigtechnik schützt nicht nur Mitarbeiter, sondern beschleunigt auch Service- und Wartungsprozesse.

Serienleiter um Montage an einem LKW durchzuführen.

Mehr als Sicherheit: Produktivität im Fokus

Ein Lkw-Fahrer steigt im Schnitt mehrere Dutzend Mal pro Schicht auf sein Fahrzeug und wieder herunter. Ein Servicetechniker klettert täglich auf Aufbauten, Tankfahrzeuge oder Kühlauflieger. Was auf den ersten Blick wie eine Randbewegung wirkt, ist bei näherer Betrachtung einer der zeitintensivsten und unfallträchtigsten Vorgänge im täglichen Betrieb. Und genau hier setzen professionelle Zugangssysteme an: nicht als reiner Kostenfaktor, sondern als stille Effizienzreserve.

Zahlen, die das Thema greifbar machen

30

Prozent aller Betriebsunfälle entstehen durch Stürze beim Auf- oder Abstieg

3

Meter beträgt ca. die typische Fallhöhe von Aufliegern und Tankfahrzeugen

60

Sekunden dauert ein gesicherter Auf- und Abstieg mit dem richtigen System

Das eigentliche Problem: unterschätzte Routine

Weil der Auf- und Abstieg so alltäglich ist, wird er selten als sicherheitskritischer Vorgang eingestuft. Das ist ein Trugschluss. Gerade die Wiederholung erzeugt Nachlässigkeit: Man greift nicht mehr konsequent mit beiden Händen, tritt auf Oberflächen, die nass oder verschmutzt sind, oder nutzt das nächstbeste Hilfsmittel statt einer geeigneten Lösung. Mit steigender Ermüdung im Tagesverlauf erhöht sich das Risiko weiter.

Gleichzeitig summiert sich der Zeitverlust: Wer dreimal täglich eine schlecht erreichbare Wartungsöffnung inspizieren muss und dabei auf improvisierten Aufstieg angewiesen ist, verliert pro Person und Tag leicht 15 bis 20 Minuten. Auf ein Team hochgerechnet ergibt das schnell mehrere Arbeitsstunden pro Woche.

Was ein gutes Zugangssystem leisten muss

1. Standsicherheit und Rutschfestigkeit

Trittstufen, Laufroste und Plattformen müssen auch bei Nässe, Öl oder Schmutz sicheren Halt bieten. Geprüfte Gitterroste oder profilierte Aluminium-Oberflächen sind hier der Standard.

2. Ergonomische Griffhöhen und Stufenabstände

Ein Griff, der zu weit oben oder seitlich versetzt angebracht ist, zwingt zu unnatürlichen Körperhaltungen und erhöht die Belastung auf Schulter und Rücken. Gute Systeme orientieren sich an ergonomischen Normen und ermöglichen einen gleichmäßigen, aufrechten Aufstieg.

3. Fahrzeugspezifische Anpassbarkeit

Ein Zugangssystem für einen Sattelauflieger sieht anders aus als eines für einen Tankwagen oder ein Hubarbeitsbühnenfahrzeug. Modular aufgebaute Systeme lassen sich an unterschiedliche Aufbauhöhen, Rahmenkonstruktionen und Einsatzbedingungen anpassen – ohne Kompromisse bei der Sicherheit.

4. Wartungsfreiheit und Robustheit

Im Werkstatt- und Logistikalltag hat niemand Zeit für aufwändige Pflege von Zugangssystemen. Korrosionsbeständige Materialien, geschlossene Profilgeometrien und verzichtbare Gelenke reduzieren den Wartungsaufwand auf ein Minimum und erhöhen gleichzeitig die Lebensdauer.

5. Normkonformität und Dokumentation

Professionelle Zugangssysteme sind nach einschlägigen Normen geprüft und zertifiziert. Das schützt nicht nur die Mitarbeitenden, sondern liefert im Schadensfall den Nachweis, dass der Arbeitgeber seiner Pflicht zur Bereitstellung geeigneter Arbeitsmittel nachgekommen ist.

Effizienz und Sicherheit: kein Widerspruch

Eine verbreitete Annahme in der Praxis lautet: Sicherheitslösungen kosten Zeit. Das Gegenteil ist der Fall. Ein sicherer, ergonomischer Aufstieg dauert nicht länger als ein unsicherer – er wird aber konsequent genutzt, weil er kein Hindernis darstellt. Improvisation, das Suchen nach Hilfsmitteln oder das Umgehen unbequemer Lösungen kostet deutlich mehr Zeit und bindet Aufmerksamkeit, die für die eigentliche Tätigkeit gebraucht würde.

In Werkstätten mit hohem Wartungsaufkommen oder in Betrieben mit größeren Fahrzeugflotten rechnet sich die Investition in professionelle Steigtechnik deshalb oft innerhalb eines überschaubaren Zeitraums – allein durch reduzierte Ausfallzeiten und gesteigerten Durchsatz.

Fahrbare Arbeitsbühne mit Treppenaufgang, Plattform und Geländern für sichere Wartungs- und Servicearbeiten an Nutzfahrzeugen.

Die entscheidende Frage für Werkstattverantwortliche:

Verfügen alle Fahrzeuge in Ihrer Flotte über geeignete, geprüfte Zugangssysteme für einen Wartungseinsatz? Sind diese für den jeweiligen Fahrzeugtyp und die konkreten Arbeitsvorgänge ausgelegt? Und wurden die Mitarbeitenden in deren Nutzung eingewiesen?

Wenn eine dieser Fragen offen bleibt, besteht Handlungsbedarf – sowohl aus Sicht der Arbeitssicherheit als auch aus haftungsrechtlicher Perspektive.

Was das für die Fahrzeugausstattung bedeutet

Die Integration von passenden Arbeitsplätzen sollte idealerweise bereits beim Fahrzeugaufbau oder der Beschaffung mitgedacht werden. Wer bei der nächsten Fahrzeugbestellung die Zugangssituation konsequent in die Anforderungsliste aufnimmt, legt damit eine Grundlage, die über viele Betriebsjahre wirkt.

Fazit

Zugangssysteme auf Nutzfahrzeugen sind kein Nischenthema der Arbeitssicherheit – sie sind ein konkreter Hebel für mehr Effizienz, weniger Ausfallzeiten und eine klar messbare Reduktion von Unfallrisiken. Wer ergonomische Steigtechnik als Kostenfaktor betrachtet, übersieht die Rechnung, die auf der anderen Seite entsteht: durch Verletzungen, Produktivitätsverluste und Haftungsrisiken, die mit der richtigen Lösung größtenteils vermeidbar gewesen wären.

IST IHRE FAHRZEUGWARTUNG
DGUV 70 KONFORM?

Lassen Sie uns über die Sicherheit in Ihrer Werkstatt sprechen. Wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich. 

+49 7522 700 702
technical-sales@hymer-alu.de

Arbeitsplattform aus Aluminium mit Treppenaufgang und umlaufenden Geländern an einem Bus für Arbeiten auf dem Fahrzeugdach.